Club of Lilienthal

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Zielsetzung

Am 6. September 2017 referierte auf Einladung des SPD Ortsvereins Lilienthal der Präsident des Club of Rome, Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, zu dem Thema

Ist der Kapitalismus am Ende? Anmerkungen zu den großen Fragen der Zeit.

Im Wesentlichen skizzierte von Weizsäcker den Inhalt des kurz vor der Veröffentlichung stehenden neuen Berichts des Club of Rome.

WIR SIND DRAN
Was wir ändern müssen,
wenn wir bleiben wollen
Eine neue Aufklärung für eine volle Welt

Nach diesem anregenden Vortrag hatten einige Lilienthaler*innen das Bedürfnis, sich mit den Inhalten des neuen Club of Rome Berichts weiter zu beschäftigen und im Kreise interessierter Bürger*innen den Vortrag als Impuls für einen ausführlicheren örtlichen Diskurs zu verstehen.

"Der Club of Rome ist . ein Befürworter der Demokratie, des langfristigen Denkens, der Jungen, der ungeborenen Generationen und der Natur, die keine Stimme im Kapitalismus und in den politischen Debatten unter den Menschen haben.

Die Wiederherstellung eines Gleichgewichts zwischen öffentlichen und privaten Gütern kann eine ganze Generation, also etwa dreißig Jahre dauern. Wir gehen davon aus, dass weder die puristische Marktideologie noch die puristische Staatsherrschaft akzeptabel sein werden, sondern dass große Synergien zwischen den beiden aus einer geeigneten und ausgewogenen Arbeitsteilung entstehen. Dies wird nur mit einer engagierten Bürgerschaft möglich sein, die den öffentlichen und privatwirtschaftlichen Führungskräften auf die Finger schaut."

Weizsäcker, Ernst Ulrich von; Wijkman, Anders (Hg.) (2017): Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, S. 138/139.

Ganz im Sinne dieser Selbstpositionierung des Club of Rome verstehen sich die Diskursteilnehmer*innen des Club of Lilienthal als örtlicher Teil der Zivilgesellschaft, die den politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern auf die Finger schauen wollen.

Zum Club of Rome
  1. Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Experten verschiedener Disziplinen aus mehr als 30 Ländern und wurde 1968 gegründet. Die gemeinnützige Organisation setzt sich für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit ein. Mit dem 1972 veröffentlichten Bericht Die Grenzen des Wachstums erlangte er große weltweite Beachtung. Seitdem kämpft der Club of Rome für nachhaltige Entwicklung und setzt sich für den Schutz von Ökosystemen ein. Seit 2008 hat die Organisation ihren Sitz in Winterthur, Schweiz.
  2. Die Idee geht auf den italienischen Industriellen Aurelio Peccei, einem damaligen Mitglied der Firmenleitungen von Fiat und Olivetti und Präsident der Unternehmensberatung Italconsult, sowie den Schotten Alexander King, Direktor für Wissenschaft, Technologie und Erziehung bei der Pariser Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zurück. Es gelang ihnen, eine Konferenz zu den Zukunftsfragen der Menschheit in der Accademia dei Lincei in Rom zu organisieren, die jedoch nicht zu dem gewünschten Erfolg führte. Nach dem Ende der Konferenz trafen sich sechs der Teilnehmer: Aurelio Peccei, Alexander King, Hugo Thiemann, Max Kohnstamm, Jean Saint-Geours und Erich Jantsch. Die Gruppe beschloss, ihre Ideen weiter zu verfolgen, und gab sich den Namen „Club of Rome“. 1973 erhielt der Club of Rome den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels als bisher einzige Organisation anstelle einer Einzelperson.
Ziele des Club of Rome
Die Ziele des Club of Rome sind:

  1. die wichtigsten Zukunftsprobleme der Menschheit und des Planeten durch holistische, interdisziplinäre und langfristig ausgerichtete Forschung zu identifizieren;
  2. alternative Zukunftsszenarien und Risikoanalysen zu evaluieren;
  3. praktische Handlungsoptionen zu entwickeln und vorzuschlagen;
  4. neue Erkenntnisse und Trends gegenüber Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit zu kommunizieren und
  5. gesellschaftliche Debatten zur Verbesserung der Zukunft in Gang zu setzen.

Das aktuelle Arbeitsprogramm des Club of Rome konzentriert sich auf die folgenden Themenbereiche

  1. Umformulierung der Ziele und Veränderung der Funktionsweise unserer Wirtschaftssysteme;
  2. Entkopplung von Wohlstandsentwicklung und Ressourcenverbrauch; und
  3. Sicherung von Lebensgrundlagen, Arbeitsplätzen und Einkommen.

Um seine Ziele zu erreichen, setzt der Club of Rome auch auf die Bildung der jungen Generation. Die Deutsche Gesellschaft Club of Rome (Hier sind die Mitglieder aufgelistet) rief daher im Jahr 2004 gemeinsam mit Schulen aus ganz Deutschland das ''Netzwerk der Club of Rome Schulen'' ins Leben.

Unter dem Motto "global denken, lokal handeln" lernen Schülerinnen und Schüler an Club of Rome Schulen über Grenzen hinweg zu denken, globale Perspektiven einzunehmen und in ihrem lokalen Umfeld aktiv zu werden.

Club of Rome Schulen sind Lernorte, an denen Schülerinnen und Schüler ihre Selbstwirksamkeit in kleinen und großen Zusammenhängen entdecken und ihre Potentiale entfalten können. Als junge Weltenbürger lernen sie sich in komplexen Kontexten zu orientieren, globale und lokale Entwicklungen zu deuten und sich mutig, kreativ und tatkräftig in Entscheidungsprozesse einzubringen.
Zum Club of Lilienthal
Im April 2018 beschlossen mehrere Lilienthaler Bürger*innen, die den vom Club of Rome Bericht "Wir sind dran" initiierten öffentlichen Diskurs im Herbst 2017 lokal aufgenommen hatten, sich künftig "Club of Lilienthal" zu nennen.

Damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass die vom Club of Rome angestossenen Diskurse ganz im Sinne der obigen Zielsetzungen mit lokalen bzw. regionalen Perspektiven aufgegriffen werden sollen.

Ganz am Ende des neuen Club of Rome Berichtes (S. 378-380) laden die Autoren die Leserinnen und Leser ein, mit ihnen gemeinsam an den Herausforderungen zu arbeiten. Sie geben dazu zwecks Kontaktaufnahme für Rückmeldungen extra ihre E-Mail Adresse an: comeonauthors@clubofrome.org

Die Teilnahme an den örtlichen Diskursen des Club of Lilienthal stehen allen offen, die sich an der Durchsetzung der Zielsetzungen beteiligen möchten.

"Wir sind dran" interpretieren wir so: Wir nehmen uns den lokalen und regionalen Herausforderungen einer nachhaltigen Lebensweise in holistischer Vorgehensweise an.

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